Der vollständige Newsletter mit vielen Fotos ist hier als PDF verfügbar.

Liebe Mitstreiter,

am 21. Januar 2026, irgendwo auf der A24 zwischen Hamburg und Berlin: Ein spektakulärer Sonnenaufgang begleitet das Y-Monster zu seiner Mission in die Hauptstadt. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Hinter den Rücksitzen stapeln sich 650 Bücher. Alle einzeln fein verpackt, adressiert und mit einem Anschreiben versehen. Der Bundestag hat sitzungsfrei und wir nutzen diese Gelegenheit, um den Abgeordneten eine Denkvorlage für die Entscheidung Alpha E oder Neubautrasse auf den Tisch zu legen. Dies ist der Auftakt zu unserer Informations-Kampagne, die sich an die Entscheider richtet. Im Gegensatz zur Bahn können wir uns weder irgendwelcher Lobbyverbände (VCD, Allianz PRO Schiene, Fahrgastverband PRO Bahn, etc.), noch eines Multimillionen-Marketing-Etats (250 Mio. Euro) oder verbundener Organe (Politiker in Bahn-Aufsichtsräten) bedienen. Wir haben keine Wahl. Wir müssen einfach smarter sein, wenn wir mit unseren Informationen durchkommen wollen. Das Wetter bleibt spektakulär gut in den nächsten beiden Tagen, in denen wir die Poststelle des Bundestages mit unseren Kisten beglücken und in denen wir kreuz und quer durch die heiligen Hallen des deutschen Machtzentrums spazieren, um die wichtigsten Büros höchstpersönlich zu besuchen. Die Liegenschaften mit den Büros der Parlamentarier (oben übrigens das Paul-Löbe-Haus) sind großflächig verglast und dank der Tunnelverbindungen zum Reichstagsgebäude braucht es selbst bei Minus 5 Grad keine Jacke. Begleitet werden wir von Mitarbeitern der Büros Babendererde und Stadler. Monster dürfen natürlich nicht unbeaufsichtigt im Epizentrum der Macht umherstreunen.

Am Ende gab es sogar noch eine Gelegenheit für einen Monster-Blick über Berlin aus der Glaskuppel. Dies, mehr zu unserer Kampagne, unsere ToDos ab Februar und eine Einschätzung zur Lage lesen Sie in diesem Newsletter. Wir wünschen Ihnen einen feinen Start in ein weiteres Jahr, in dem uns die Pläne von Bund & Bahn ordentlich auf Trab halten werden.

Mission Completed:
Jeder Abgeordnete hat ein Buch auf dem Tisch

Niemand wird sagen können, nicht gewusst zu haben, wofür man stimmt

Das neue Jahr begann genauso ambitioniert wie das alte endete. Unser fertig produziertes Buch musste in die Hände der Menschen, die irgendwann eine Entscheidung treffen werden. Mithilfe der Büros unserer Abgeordneten Babendererde und Stadler konnten wir persönlich am Platz der Republik unsere wertvolle Fracht abgeben. Dabei haben wir es uns nicht nehmen lassen, ausgewählte Büros zu besuchen und das Buch dort direkt abzuliefern. Zu Beginn der zweiten Sitzungswoche werden einzelne Mitglieder des Bundestages ihr Exemplar im Rahmen von Fraktionssitzungen übergeben bekommen. Wir sind gespannt auf Reaktion und Wirkung.

Parallel haben wir selbstverständlich der Presse unser Vorhaben erläutert und sie mit Exemplaren versorgt. Auch hier ist es unser Ziel, endlich auf grundlegende kritische Aspekte aufmerksam zu machen. Das Buch ermöglicht allen Lesern in die Komplexität des Themas einzusteigen. Einfach und verständlich. Es soll ermutigen, die Dinge selbst zu hinterfragen. Einfache und populistische Bahn-Verkürzungen des Sachverhalts müssen aufhören und dürfen vor allen Dingen die Entscheider nicht blenden. Hier ist besonders die kritische Presse gefordert, das Thema wirklich zu durchdringen. Sollte es also zu einer Abstimmung im Bundestag kommen, werden wir sehr genau sehen können, wer wie abgestimmt hat. Und natürlich werden wir das dokumentieren und Ihnen zur Verfügung stellen. Sicher ist das auch für Sie eine wichtige Entscheidungsgrundlage für alle bevorstehenden Wahlen, auch hier in Niedersachsen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Teams der Bundestagsabgeordnetenbüros, die uns mit Rat und Tat unterstützt und die exklusiven Zugänge ermöglicht haben.

Wer von Ihnen selbst ein Exemplar ergattern möchte, kann dies an verschiedenen Stellen gegen eine freiwillige Spende von fünf Euro in Brackel (Tankstelle Koch), in Hanstedt (Buchhandlung), in Ramelsloh (Knolles Markt) und in Ohlendorf (Teeinsel & Poststelle) machen. Einfach in die bereit gestellten Sammeldosen einwerfen. Da die erste Auflage bereits fast vergriffen ist, planen wir bei anhaltender Nachfrage eine zweite Auflage. Wenn es im Übergang zu einem kleinen Lieferengpass kommen sollte, bitten wir das vorab zu entschuldigen. Eine neue Auflage ist bereits vorbereitet und wird ab Auftrag ca. 10 Tage bis zur Auslieferung brauchen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Die Informations-Kampagne

Über die Herausforderung, Luke Hoß Richtig ins Boot zu holen

Wer bitte ist “Luke Hoss”? werden Sie sich fragen. Und genau hier beginnt das Problem. Luke Hoss ist Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Passau. Er sitzt für die Partei “Die Linken” im Bundestag und hat eine Stimme. Und er wird sich fragen: “Wo bitte ist Seevetal? Und was ist das für eine Bahntrasse?” Und dann stimmt er eben irgendwie ab. So, wie seine Fraktion, oder wie der Verkehrsausschuss es ihm empfiehlt. Was soll er auch machen? Selbst viele der Politiker aus Niedersachsen haben das Vorhaben und die Hintergründe nicht wirklich umfassend verstanden. Warum sollte sich ein MdB aus einer anderen Region damit auseinandersetzen? Hier ist die Antwort: Weil die Deutsche Bahn und ihre Art mit den Menschen umzuspringen sich nicht auf unsere Baustelle reduzieren lässt. In ganz Deutschland machen viele Landkreise dieselbe Erfahrung. Hamburg-Hannover ist nur die Spitze eines Eisbergs. Und Hamburg-Hannover hat sehr potente Bürgerinitiativen – wie uns – am Start, die dieses Verhalten schonungslos aufdecken und dagegen vorgehen. Herr Hoss ist also gut beraten, sich den Fall genauer anzuschauen und mit seiner Stimme dafür zu Sorgen, dass bei der Deutschen Bahn AG ein anderes Mindset Einzug hält. Mit ihrer Brechstangen-Attitude darf sie so nicht mehr durchkommen. Nicht jetzt zwischen Hamburg und Hannover und irgendwann in Zukunft auch nicht in Passau. Damit Herr Hoss sich informiert, hat er jetzt unser Buch. Er wird erkennen, das die Probleme, die wir hinterfragen, nicht nur Hamburg-Hannover betreffen. Es sind Probleme, die sich so auch in anderen Teilen der Republik wiederholen. Und er erkennt hoffentlich, in Anbetracht von 14 Mrd. Euro, die hier im Feuer stehen, wie er seine Stimme richtig einsetzt. Das Buch ist der Auftakt. Es werden Massnahmen in anderen Medien folgen, die Inhalte des Buches auch im Bewegtbild darstellen. Damit Herr Hoss aus Passau und seine 629 Kollegen aus jeder Ecke Deutschlands wissen: Es geht um mehr als eine Bahnrasse zwischen Hamburg und Hannover!

Wo stehen wir?

Ein vorsichtiger Versuch, die Stimmung einzuordnen

Um es gleich vorwegzunehmen: Wir wissen es nicht. Aber: Nach dem offensichtlich koordinierten kommunikativen Großangriff der Neubautrassen-Befürworter ist es auffällig ruhig geworden. Von ein paar sehr bemühten, fast verzweifelten Versuchen (offener Brief), einmal abgesehen. Seither haben sich die Kosten fast verdoppelt und mit ihr die Kritik. Der Zeitplan für die Fertigstellung (Prognose 2063) ist, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Kürzlich ließ sich sogar einer der Bahn-Steigbügelhalter-Verbände (Fahrgastverband PRO Bahn) dazu hinreißen, die Neubaupläne als “groteske Fehlleistung” zu beschreiben. Nach einer konstruktiven Manöverkritik mit den NDR Studios Lüneburg und Hannover im letzten Jahr berichtet dieser auch deutlich ausgewogener. Unser Widerstand ist ungebrochen und professioneller den je. Abseits unserer grundsätzlichen Kritik denken wir, dass eine Neubaustrecke nicht mehr seriös finanzierbar ist. Kurz: Es ist noch lange nicht für uns entschieden. Aber noch viel weniger gegen uns! Wir sind auf dem Weg.

Frühjahrsputz!

Was wir jetzt tun sollten

In wenigen Monaten haben wir einiges an Aktionen durchgezogen. Das sieht man. Heide-Gipfel, Whyte Dynner und Verteilaktionen haben Spuren hinterlassen. Zeit, uns und unsere “Deko” einmal wieder richtig zu pflegen, die Infokästen und Stationen hübsch zu machen, Bauzäune zurück zu bauen und so weiter. Wir suchen uns dafür in Kürze, sobald die Temperaturen wieder etwas freundlicher sind, einen Termin aus und machen das zu einem gemeinsamen Happening. Wer noch Fahnen oder Banner braucht oder unansehnliche gegen Frische ersetzen möchte, kann seine Wünsche gerne unter info@y-monster.de anmelden. Wir kümmern uns um die Beschaffung. Selbstverständlich sind wir immer offen für Anregungen, wie wir noch sichtbarer werden können. In unserer Instagram Serie “Ich Seevetal was Du nicht siehst” werden wir im Frühling neue Motive fotografieren. Wer da mitwirken möchte, kann sich ebenfalls gerne melden. Eine dringende Überarbeitung braucht auch unser Presseverteiler. Immer wieder schreiben Journalisten zum Thema Bahn, die wir nicht auf dem Zettel hatten. Wir haben in den letzten beiden Jahren eine umfangreiche Sammlung an Bahnartikeln aufgebaut. In der Regel sind dort die Autoren benannt. Hier brauchen wir jemanden, der mit etwas Zeit und Muße die Autoren in eine Tabelle einträgt. Lust?

Wir haben massenhaft Bilder und Filme aus vergangenen Events, die darauf warten, gesichtet, sortiert und zu feinen Filmen zusammengeschnitten zu werden. Das ergibt eine tolle Dokumentation unserer gemeinsamen Arbeit. Hat jemand Spaß an Film und Schnitt, oder an der Ausarbeitung von Bildern? Keine Sorge, man ist bei uns nie allein. Mitarbeiten kann man bei uns übrigens in den AGs: Stab/Merch, Event, PR/Kommunikation, IT, Umwelt/Lärm/Natur, Recht/Verwaltung und Investigativ. Gerne würden wir eine AG Social Media ins Leben rufen, da wir hier unsere Aktivitäten deutlich verstärken werden. Wer Kompetenzen und /oder einfach Lust und Laune hat, aktiv in unserer schlagkräftigen Truppe mitzuwirken, ist herzlich eingeladen. Jedes Alter ist willkommen. Manchmal (eher häufig) gibts auch Bier oder Trassen-Wein 😉

Wir bekommen Recht

Die BI Y-Monster mandatiert renommierte Hamburger Kanzlei

Wie bereits im letzten Newsletter angekündigt, laufen wir zusehends auf eine Situation zu, in der wir den bestmöglichen Rechtsbeistand brauchen werden. Unsere Juristen der AG Recht/Verwaltung haben in einem intensiven Prozess verschiedene Möglichkeiten ausgelotet. Viele Optionen sind – wundert sich jemand? – bereits durch die Deutsche Bahn AG oder deren Interessen blockiert. Eine renommierte Hamburger Kanzlei vertritt bereits unterschiedliche Klienten gegen die Bahn. Auch Initiativen auf anderen Strecken. Sie ist also grundsätzlich im Thema. Darüber hinaus ist sie uns bereits aus der Vergangenheit gut bekannt. Wir bereiten die Zusammenarbeit derzeit vor und freuen uns im Februar mit der betreuenden Anwältin zu einem ersten Austausch zusammenzusitzen. Unter Umständen werden sich weitere Bürgerinitiativen unter unserer Führung an diesem Mandat beteiligen. Sobald der Vertrag unterschrieben ist, werden wir Euch über die weiteren Schritte und Massnahmen auf dem Laufenden halten. Ein gutes Gefühl, im Falle einer Bundestagsentscheidung für weitere Schritte gerüstet zu sein. Die Fristen für Einsprüche und/oder Eingaben sind neuerdings extrem kurz. Nur, wer sehr gut vorbereitet ist, hat Chancen etwas auszurichten.

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